Natur bringt Heilung – Ein Gastbeitrag

Natur bringt Heilung – Ein Gastbeitrag

Natur bringt Heilung – Ein Gastbeitrag

    20.05.2021. Sie ist Expertin für Wildpflanzen, erfahrende Kursleiterin für Waldbaden und in der Schweiz aktiv. Ines Neubauer hat einen sehr persönlichen Beitrag geschrieben und gibt uns wertvolle Tipps zum Sammeln von Blüten für die Herstellung von Tee, Kräutermischungen und mehr.

    Uns auf den eigenen Weg machen, kann in vielerlei Hinsicht Heilung bringen. Heilung, die wir für unseren Körper, unseren Geist und unsere Seele herbeisehnen, die wir uns für unsere Gesundheit und unser Glück wünschen.

    Heilung im klassischen Sinn führt aus einem gesundheitlichen Leiden oder einer Krankheit heraus. Dass Heilung auch als das ganzheitliche Wohl-Sein im Einklang von Körper, Geist und Seele verstanden werden kann, ist ein Ansatz, den wir pflegen können, auch wenn wir uns gesund fühlen. Ein Ansatz, der mit ganz viel Selbstfürsorge und Selbstliebe zu tun hat. Aber auch mit ganz viel Ehrlichkeit uns selbst sowie anderen Menschen gegenüber.

    Alles was gut tut – wichtiger denn je 

    Für mich persönlich steht dieser Ansatz seit einigen Jahren ganz oben auf meinem Weg. Es gibt viele, sehr viele hilfreiche Möglichkeiten, Gutes für sich zu tun. Den besten Weg muss jeder für sich selbst herausfinden.

    Mein persönlicher Weg ist seit meiner Kindheit eng mit der Natur verbunden. Diese Naturverbindung durfte ich sozusagen erben, und diesen Weg werde ich nie wieder verlassen. Ein Familienschatz könnte man sagen.

    Vielleicht kann ich dies an einem einfachen Beispiel der Naturverbindung näher darstellen: Den größten Teil meiner Kinderfreizeit verbrachte ich im Wald, im Schrebergarten bei meinen Großeltern oder beim Spazierengehen in der Natur. Meine Mutter baute mit uns Kindern Mühlrädchen am Bach, mein Vater sammelte stundenlang mit uns Pilze und bei meinen Großeltern lernte ich alles über Kräuter, Tee und den klassischen Gartenbau.

    In den Ferien spielte ich mit meinem Cousin allein im Wald. Baute Staudämme und Holzhütten. Manchmal staune ich heute über dieses freie Kinderleben. Niemand wusste, wo wir sind: einfach im Wald sein, ohne Raum und Zeitgefühl. Dafür bin ich sehr dankbar.

    Vor allem fühlte ich mich immer pudelwohl. Dieses Pudelwohl-Glücksgefühl trage ich noch immer in mir und es kommt hervor, wenn ich mich in der Natur und im Wald aufhalte. Es gibt mir alles, was ich brauche und es kann noch mehr.

    Blüten – besonders heilsam nach dem Winter

    Nun aber endlich zu meinem Beispiel “Mit Hilfe von Tee die Naturverbindung stärken”: Vor einigen Wochen hat mir eine liebe Kollegin gesagt, dass sie nicht so gern Tee trinkt, als ich ihr zum wiederholten Mal ein neues Teerezept aus dem Wald präsentierte.

    Der Tee ist eigentlich “nur” das Endprodukt meiner eigenen, tiefen Naturverbindung. Es geht im Frühling mit den ersten grünen Kräutern am Wegesrand los. Mein Blick öffnet sich mit den ersten warmen Tagen für das, was direkt vor meiner Haustür oder auf dem Weg zum Wald wächst. Ich gehe mit meinen Augen ganz automatisch auf die Suche nach Farben und entdecke hier und dort Zutaten für meinen Familientee. Vor allem Blüten sind im Frühling besonders nährend und heilsam nach dem Winter.

    Ich sammele Frühlingsblüten zunächst mit meinen Augen und warte, bis diese in voller Blüte stehen. Schon das Beobachten der Blüten erfüllt mich sehr. Ich schaue ihnen beim Wachsen zu und besuche sie immer wieder. Wenn die Blüten ausgewachsen und reif sind, pflücke und trockne ich sie und fülle sie in ein großes Glas, welches sich im Laufe des Jahres mit Zutaten füllt. Es kommen weitere Blüten des Sommers, klassische Teekräuter aus dem Garten und ab und an eine neue Zutat aus dem Wald hinzu. Im Winter nehme ich mir dann oft dieses große Teeglas hervor und zaubere einen wärmenden Tee, der mich an meine vielen Spaziergänge, Sammeltage und Arbeiten beim Abfüllen erinnert und erfüllt.

    Kräutertee im Wald

    Schulung für die Sinne

    Bei jedem Spaziergang werden meine Sinne geschult, ich trete direkt in Kontakt mit der Natur, indem ich diese anfasse, fühle, rieche, liebevoll betrachte. Ich kann mit dem Tee, den ich in der kalten Jahreszeit trinke, Achtsamkeit praktizieren. Außerdem kann ich mit jedem Schluck Tee und geschlossenen Augen meine wunderbaren Spaziergänge in der Natur visualisieren und so an die Schauplätze meiner Heilung auch im Winter, wenn es weiß ist, zurückkehren. Dies gelingt besonders gut, wenn der Weg wohl bekannt und oft gegangen wurde.

    Die gelebte Naturverbindung lässt mich nachhaltig für Umwelt- und Klimaschutz einstehen, weil ich verstanden habe, dass die Natur und der Wald meine Lebensgrundlage sind, die es zu schützen gilt.

    Eigene Teemischungen – ganz natürlich

    Und hier für dich: mögliche Zutaten für einen Natur-Jahrestee, um deine Selbstheilungskräfte anzuregen:

    Frühling: Holunderblüten, Veilchenblüten, Gänseblümchen, Lindenblüten, Birkenblätter

    Sommer: Ringelblumenblüten, Zitronenmelisse, Pfefferminze, Schafgarbe

    Herbst: Hagebuttenschalen, Brennesselsamen, Brombeerblätter

    Winter: ein paar Fichtennadeln

     

    Bei den Zutaten gibt es kein falsch oder richtig.

    Jede Blüte und jedes Blatt hat seine Berechtigung in deine Teemischung zu gelangen. Meist pflückt man intuitiv genau das, was es braucht um in seine eigene Heilung zu kommen. Spüre hinein in deinen Tee und seine Wirkung für dich.

    Wenn du einen Garten oder einen Balkon hast, kannst du dir auch Teekräuter für deine Teemischung anpflanzen.

     

     

    Räuchermischung individuell für den Winter

    Solltest du, wie meine Kollegin, kein Teefan sein, magst du vielleicht gern etwas für eine wohltuende Räuchermischung für den Winter oder die Rauhnächte sammeln, trocknen und später eben auch für dich verwenden.

    Du kannst dabei genauso vorgehen wie für den Tee beschrieben. Für die Räuchermischung benötigst du eher weniger Kräuter als für einen Tee. Um die Kräutermischung zu räuchern kannst du die Kräuter vorher vorsichtig mörsern oder zwischen deinen Händen verreiben.

    Wenn du eine intensive Räucherung erleben möchtest, vielleicht auch in Zusammenhang mit einem Ritual empfehle ich dies auf einer Räucherkohle zu verbrennen.

    Wenn du eher eine zarte Räucherung oder atmosphärische Hausräucherung machen möchtest, räuchern die Kräuter auf einem Räuchersieb langsamer und dezenter.

    Und wenn du dich nicht entscheiden oder vielleicht sogar für Tee und Räuchern gleichermaßen begeistern kannst: Kein Problem!

    Ich habe auch schon meinen Tee verräuchert. Das war wunderschön. Eine Tasse Tee in meiner Lieblingstasse in der Hand und etwas getrocknete Teekräuter auf das Räucherstövchen. Besser kann ein heilsamer Winterabend kaum enden.

    „Fühl dich frei und sorge gut für dich. Stärke mit dem Aufenthalt in der Natur deine Naturverbindung, schule deine Sinne, verwöhne dich mit den Schätzen der Natur ganz in deinem Rhythmus, begebe dich auf deinen ganz persönlichen Weg.“

    Die Natur bringt Heilung.

    Ein wichtiger Hinweis: Beim Sammeln von Wildpflanzen, Kräutern und Zutaten aus der Natur gilt es einiges zu beachten. Einerseits dürfen nur Mengen für den persönlichen Gebrauch gesammelt werden, hier gilt die Handstraußregel.

    Andererseits nur an Orten, an denen die Pflanzen nicht unter Schutz stehen und auch nur Pflanzen, die nicht geschützt sind. Weiterhin mache ich dich darauf aufmerksam, dass es Giftpflanzen gibt, die nicht in deine Teemischung hineingeraten dürfen.

    Bitte informiere dich gut oder lasse dich von einer Fachperson begleiten oder die Pflanzen bestimmen, wenn du dir nicht sicher bist. Nimm nur so viel wie du wirklich brauchst und reiße keine Pflanzen heraus, die du nicht benötigst. Informiere dich über die Gesetzlichkeiten an deinem Wohnort bzw. dort, wo du gern sammeln möchtest. Die Verantwortung liegt bei dir.

    Räuchermischung für die Raunächte

     

    Auf Wunsch bietet Ines individuelle Räuchermischungen, die individuell für dich zusammengestellt werden.

    Melde dich gerne bei ihr und lasse dich beraten. www.gruenfink.ch

    Die Wildpflanzen Pädagogin (i. A.) bloggt mit Leidenschaft und ist Impulsgeberin für Selbstsorge und Selbstliebe. Du findest dort viele tolle Anregungen und Tipps.  www.selbstsorge.ch

     

     

    Bild- und Texteigentum: Ines Neubauer zur Verwendung und Veröffentlichung von https://karinwiessmann.de/