Lebenslanges Lernen lohnt sich immer

Lebenslanges Lernen lohnt sich immer

Lebenslanges Lernen lohnt sich immer

    22.03.2021. Was bedeutet es, nach einer langen, arbeitsintensiven, erfolgreichen Zeit noch einmal die Schulbank zu drücken? Und was motiviert dazu, eine solche Reise zu unternehmen?

    Das beantworte ich durch einen ganz persönlichen Erfahrungsbericht über eine Weiterbildungsreise, die im November 2020 begann und jetzt endete.

    Das Warum ist schnell erklärt:

    • um Lücken zu schließen
    • um mich auf den neuesten Stand zu bringen

    aber vor allen Dingen,

    • um neue Erfahrungen zu sammeln
    • um nicht stehen zu bleiben, sondern dabei zu sein

    Eine Weiterbildungsreise lohnt sich gerade jetzt. Wir leben in einer Zeit, in der sich die Welt schneller verändert als je zuvor. Außerdem war meine Tätigkeit als systemischer Coach ein zusätzlicher Antrieb. Als solcher bin ich oft in Unternehmensentwicklungen involviert und habe das große Glück, auf die unterschiedlichsten Menschen und Gewerke zu treffen.

     

    Neugierig bleiben und entfalten

    Natürlich stellte ich mir zwischendurch ab und zu die Sinnfrage. Besonders in anspruchsvollen, lernintensiven Zeiten. Wenn ich abends nachgearbeitet habe. Und wenn ich an den Wochenenden inmitten von Prüfungsvorbereitungen steckte, während meine Familie ihren Hobbys nachging.

    Solche Herausforderungen vergleiche ich gerne mit einem Berganstieg. Auch hier gibt es Strecken, die kraftvoller angegangen werden wollen, oder Wege, die entspannter bewältigt werden können. Von Hütte zu Hütte. Manchmal ist man froh über die Rast. Ein anderes Mal geht’s zügig und voll motiviert weiter. Immer mit dem Ziel im Blick. Wenn dann der Gipfel erreicht ist, sind alle Anstrengungen vergessen. Man ist einfach froh und glücklich über die Gesamtsicht – im übertragenden Sinne über „das schöne Panorama“.

    „Du kannst dich immer noch ein Stück weiter entfalten“

    … das ist meine Maxime. Um es ihnen anschaulich zu machen, probieren sie diese Übung: Falten sie einen Bogen Papier mehrere Male so lange, bis sie ein kleines gefaltetes Paket vor sich liegen haben. Jetzt entfalten sie das Papier. Stück für Stück. Öffnen sie es komplett. Langsam und bewusst. So können sie das mit sich selbst tun. Entfalten sie sich.

     

    Lebenslanges Lernen betrifft alle

    Der Begriff aus den 70ern hört sich anstrengender an, als es ist. Denn wir tun es sowieso schon durch die vielen Erfahrungen, die wir stets im Leben machen.

    Ist es nicht so, dass uns Themen oder Bereiche interessieren, die wir aber aus vielen Gründen nicht weiterverfolgen? Denken sie über die Dinge nach. Gehen sie in die Tiefe. Nehmen sie sich die Zeit und treten sie aus ihrer Komfortzone heraus.

    Beim Lernen entsteht Neues, sie lernen um und betreten neue Räume. Sie werden mutiger, Neues zu probieren und lernen, es sich selbst beizubringen. Ein positiver Nebeneffekt ist es, dass sie beispielsweise im Beruf Erlerntes auch im Privaten verwerten und schneller umsetzen können. Wenn sie es gewohnt sind dazuzulernen, fördern und verwirklichen sie Schritt für Schritt ihre Möglichkeiten.

     

    Unternehmen profitieren immer durch Bildung

    Die Förderung und Weiterbildung der eigenen Belegschaft ist eine profitable Investition von Unternehmer:innen. Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht. Kräfte wie Innovation und Motivation, die durch gezielte Förderung und Weiterbildung von Mitarbeiter:innen entstehen, können voll und ganz genutzt werden.

    Unternehmen werden durch die Bildung von Humankapital attraktiver. Dazu passend auch der Blogbeitrag https://karinwiessmann.de/menschlichkeit-digitalisierung/. Das Klima an sich ist besser, einfach weil die Menschen Sinn und Nutzen verbinden. Selbstverständlich unter Einbindung aller im Unternehmen, auch der Mittfünfziger:innen. In meiner Beratungspraxis erlebe ich es sehr oft, dass Unternehmen ungern in die Altersgruppe 50plus investieren. Das ist ein Fehler und schwächt das Gesamtsystem „Unternehmen“.

    Weiterbildung, in altersgemischten Gruppen. Das setzt die unterschiedlichsten Synergien frei. Jeder hat die Möglichkeit vom anderen zu profitieren, so habe ich es erfahren. Das Lerntempo ist dabei nicht entscheidend, dranbleiben ist die Devise.

     

    Wir lernen immer auch etwas über uns

    Für mich war die Zeit sehr bereichernd. Fachlich und menschlich. Ich habe speziell von der Herangehensweise meiner jungen Mitstudent:innen profitiert.

    Der Austausch und die kollegiale Zusammenarbeit waren immer unterschiedlich gut. Jede Lernkurve hat mich auf meinem Weg weitergebracht. Ich konnte neue Menschen, andere Lebensformen und unterschiedliche Lebensziele kennenlernen.

    Das Lerntempo war am Anfang durchaus gewöhnungsbedürftig. So wie die Prüfungen. Es war schon eine Umstellung, auch wenn man es wie ich eigentlich gewohnt ist, regelmäßig Fortbildungen zu machen. Inzwischen liebe ich es, am Whiteboard Ideen zu entwickeln und neue Tools auszuprobieren.

    Mein Ausflug in die Normenwelt als Qualitätsberaterin hat mein Verständnis für die Belange meiner Kunden weiterentwickelt und meine Ausbildung als Projektmanagerin vervollständigt.

    Agiles Arbeiten und Scrum – das liebe ich. Ich habe es sofort in meinem Arbeitsbereich umgesetzt. Social Media Management hat meine Kreativität angespornt. Hier hat alles gepasst.

    Das menschliche Hirn verändert sich ständig, und das bis ins hohe Alter. Entfalten Sie sich – ständig! Die Bildungslandschaft war noch nie so breit aufgestellt wie heute.

    Lassen Sie sich nicht stoppen.

     

    Keine Fotobeschreibung verfügbar.

     

    PS: Übrigens, am 24. März 2021 ist der achte Deutsche Weiterbildungstag mit dem Motto: Krisen meistern. Know-how sichern. Weiter bilden.

    Gebündelte Infos zum Thema Weiterbildung gibt es hier: https://www.bildungsserver.de/Erwachsenenbildung-24-de.html

    Text: Karin Wiessmann. Titelfoto: Shutterstock.